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Mittwochskonferenzen mit Jean-Claude Schmitt eröffnet

Die erste Mittwochskonferenz des neuen Semesters fand am 24.Oktober von 18 bis 20 Uhr in Raum 411 des Campus Westend statt. Im Rahmen des Forschungsfeldes 6 "Wissenschaftliche Transformationsmodellierung" beschäftigte sich der Mediävist und Directeur d'Études an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris mit der „Geschichte der mittelalterlichen Rhythmen“. Ausgehend von der Definition Deleuzes und Guattaris, nach der der Rhythmus eine kritische Form der Bewegung sei, da er kritische Momente verknüpfe und sich selbst mit dem Übergang von einem Milieu in ein anderes verbinde, erörterte Schmitt die Rhythmen des sozialen Lebens im Mittelalter: Wie dachte und empfand der mittelalterliche Mensch, der sich als Reisender auf einer Pilgerfahrt verstand, die geordneten Rhythmen, die durch Machtträger systematisiert und für den Rest der Gesellschaft in der Litanei, der Andacht, dem materiellen Raum, Text und  Abbildungen verbindlich konstituiert wurden? Und wie skandierte der Rhythmus des Lebens die Kategorien der (mittelalterlichen) Zeit?
Im Anschluss an den gut besuchten Vortrag, der in Kooperation mit dem Institut français d’histoire en Allemagne stattfand, wurde die Ausstellung Yto Barrada „Hand-Me-Downs“ in der Studiengalerie 1.357 eröffnet.