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Die Farbe der Vergangenheit. Zur Kritik historischer Rekonstruktion

Peter Geimer

Die Vergangenheit ist unbeobachtbar. Man hat von ihr gehört oder gelesen, erinnert sich an sie oder sieht Bilder und Modelle, die Historisches zeigen, es aber nicht in seiner gewesenen Integrität wiederherstellen können. Deshalb beruht jede visuelle Rekonstruktion von Geschichte auf einer Verschränkung von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, Vergegenwärtigung und Entzug, Wissen und Imagination. Wie entsteht unter diesen Bedingungen so etwas wie bildliche Evidenz des Historischen? Sind Bilder „Quellen“ ? Diesen Fragen möchte der Vortrag am Beispiel der schwierigen Unterscheidung von Dokumentar – und Spielfilm und unter Einbeziehung einiger geschichtstheoretischer Überlegungen (de Certeau, Veyne, Koselleck) nachgehen. Die Herausforderung wird es sein, einerseits dem ‚Vetorecht der Quellen’ Rechnung zu tragen, andererseits aber auch die Produktivität und Unvermeidbarkeit von Fiktion, Illusion und Einbildungskraft in den Blick zu nehmen, statt angesichts der Bilder einmal mehr nur Suggestion, Propaganda oder Verschleierung der Wirklichkeit am Werk zu sehen. („Ohne die Illusion bin ich reduziert auf mein schadhaftes Gebiss“, Peter Handke)

Peter Geimer ist Professor am Kunsthistorischen Institut der FU Berlin

Mittwoch, 05.12.2012
Veranstaltungsort
IG 411
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Mittwochskonferenz
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