Au•t•op•sien. Sammlungen und Forschung im Gespräch
Provenienz im Dialog: Was Bücher erzählen / Daniel Dudde im Gespräch mit Verena Steller
Bücher erzählen Geschichten – und das nicht nur durch ihre gedruckten Texte. Stempel, Exlibris, handschriftliche Einträge und alte Signaturen geben Hinweise auf frühere Eigentümer und die Wege ihrer Bücher. Dahinter stehen sehr unterschiedliche Schicksale: nicht nur bekannte Sammler, sondern auch Privatpersonen und Familien, die aus antisemitischen oder politischen Gründen verfolgt wurden, ebenso wie Einrichtungen, deren Bestände im besetzten Europa geraubt wurden. Manche Bücher gelangten direkt in Bibliotheken, andere zirkulierten über Jahrzehnte im Handel – und tauchen bis heute auf dem Antiquariatsmarkt auf. Ihre Spuren werfen Fragen nach Verfolgung, Verlust und der historischen wie gegenwärtigen Verantwortung von Bibliotheken auf.
Doch wie lassen sich solche Spuren entschlüsseln? Was können einzelne Bücher über größere historische Zusammenhänge verraten, und wo liegen die Grenzen ihrer Aussagekraft?
Darüber spricht Daniel Dudde (Provenienzforscher an der Universitätsbibliothek Frankfurt) mit Verena Steller (Privatdozentin am Historischen Seminar der Goethe-Universität und Koordinatorin des Forums Universitätsgeschichte). Anhand ausgewählter Bücher aus den historischen Beständen der Universitätsbibliothek werden Methoden und Erkenntnismöglichkeiten der Provenienzforschung vorgestellt und aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive diskutiert. Im Anschluss sind die Gäste eingeladen, die Bücher selbst in Augenschein zu nehmen und gemeinsam mit den Forschenden ihren Spuren nachzugehen.
Daniel Dudde ist Provenienzforscher an der Universitätsbibliothek
Verena Steller ist Privatdozentin am Historischen Seminar der Goethe-Universität und Koordinatorin des Forums Universitätsgeschichte