Sie sind hier: StartseiteTermine / Termin
LUNCH DUO
Mittwoch 13. Mai 2026, 12:00 - 14:00 Uhr
IG 1.414

Au•t•op•sie: Zurückgreifen. Ausbauen. Korrigieren! Die Kunst der Aufzeichnung von Darstellender Kunst

Franziska Voß und Nikolaus Müller-Schöll

Der gemeinsame Beitrag geht unter dem Titel „Zurückgreifen. Ausbauen. Korrigieren den Ansätzen einer Kunst der Aufzeichnung nach. Mit den drei von Brecht geborgten Begriffen sollen unterschiedliche Formen des Umgangs mit  Archivobjekten beschrieben werden. Dabei werden im Dialog von Forschung und Sammlung(en) theoretischen Fragestellungen wie praktische Überlegungen erörtert: Wie fixieren Objekte die als „flüchtig“, „performativ“ oder „darstellend“ charakterisierten Künste, was wird als  "archivwürdig" aufbewahrt und welcher eigenen Logik folgen unterschiedliche Praktiken der Überlieferung? 


Prof. Dr. Nikolaus Müller-Schöll (Goethe-Universität | FB.10 | Professor für  Theaterwissenschaft am Institut für Theater-, Film- und  Medienwissenschaft). Nikolaus Müller-Schöll ist seit Oktober 2011 Professor für Theaterwissenschaft am Institut für TFM der Goethe-Universität Frankfurt am Main und zugleich Leiter der Masterstudiengänge Dramaturgie und Comparative Dramaturgy and Performance Research. Er publizierte u.a.: Das Theater des 'konstruktiven Defaitismus'. Lektüren zur Theorie eines Theaters der Identität bei Walter Benjamin, Bertolt Brecht und Heiner Müller. Frankfurt/M. und Basel 2002; Performing Politics (Hg. mit André Schallenberg und Mayte Zimmermann 2012); Unterm Blick des Fremden. Theaterarbeit nach Laurent Chétouane. (Hg. mit Leonie Otto 2015) Theater als Kritik. (Mhg. 2018) Theatre as Critique. (Mhg. 2019). Gegenwärtige Forschungsschwerpunkte: Politische und Polizeiliche Dramaturgie; Scriptbasiertes Theater; Theaterarchitektur als gebaute Ideologie; Darstellen ‘nach Auschwitz’; Theater der Todesstrafe.


Franziska Voß (Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg | Sammlung Musik, Theater | Sammlungskuratorin). Franziska Voß studierte Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte sowie Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Leipzig. Seit 2024 leitet das Sachgebiet „Sacherschließung und Bibliographien“ der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main und ist zugleich Sammlungskuratorin der Sammlung Musik, Theater. Ab 2015 hat sie als Projektleiterin den Fachinformationsdienst Darstellende Kunst (FID DK) aufgebaut. Ihr Wirkungsfeld ist die digitale Bibliothek sowie forschungsnahe Dienstleistungen, für die sie an der Vernetzung der Gedächtnisinstitutionen zur performativen Kunst untereinander als auch mit den Nutzer*innen arbeitet. Seit 2016 ist sie u.a. Sprecherin der AG ARCHIV der Gesellschaft für Theaterwissenschaft (gtw) und seit 2023 Sprecherin der AG Performing Arts des Standardisierungsausschusses (STA).


In der Reihe „Autopsien“ (etymologisch: ‘mit eigenen Augen sehen’) geht es um die Sichtung und Kontextualisierung von Quellen und Objekten aus den besonderen Sammlungsbeständen der Frankfurter UB. Das Mittel dazu ist die kritische eigene Anschauung. Sammlungskurator:innen treten mit Geistes- und Naturwissenschaftler:innen in ein lockeres Gespräch, während Anknüpfungspunkte zwischen konkreten Forschungsfragen der humanities und den UB-Sammlungen und -Services aufgezeigt werden. Die Frankfurter Universitätsbibliothek besitzt wertvolle historische Bestände mit zahlreichen unikalen Werken. Dazu zählen mittelalterliche bis neuzeitliche Handschriften, Archivalien und Nachlässe, aber auch nicht-textuelle Materialien wie etwa Bildsammlungen. Darüber hinaus werden seit über sechzig Jahren thematische Spezialsammlungen der UB kontinuierlich von der DFG gefördert.