Steffen Mau
Krisenhafter Wandel der Gegenwart. Einige soziologische Beobachtungen
Der Vortrag beschäftigt sich mit den Krisensymptomen des liberalen Gesellschaftmodells. Krisenhafter sozialer Wandel ist dadurch zu charakterisieren, dass er nicht allmählich, sondern abrupt vor sich geht und zur Destabilisierung bestehender Institutionen, Ordnungen und Normen führt. Zugleich sollte er von den Menschen auch als krisenhaft erlebt werden und mit Orientierungslosigkeit, Vertrauensverlust und erhöhten Spannungen einhergehen. Der Vortrag fragt: Warum ist unser Gesellschaftmodell so unter Druck geraten und in welcher Hinsicht kann man von einer Krise reden? Wie reagieren Menschen unter solchen Bedingungen? Wie verändern sich die politischen Konfliktkonstellationen?
Steffen Mau ist Professor für Makrosoziologie am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin sowie Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen. Zuletzt erschienen sind sein Buch Ungleich vereint: Warum der Osten anders bleibt (Suhrkamp 2024) sowie mit Ricarda Lang Der große Umbruch: Ein Gespräch über Krisen, Konflikte und Kompromisse (Ullstein Verlag 2025).
In Kooperation mit dem LOEWE-Zentrum DynaRel und dem Forschungszentrum Normative Ordnungen.