Gabriel Trop
Zur Technik der Gesetzlosigkeit
Der Schwerpunkt liegt darauf, wie Künstler/Denker um 1800 Gesetzlosigkeit/Anarchie funktionalisieren – indem sie den Schein der Gesetzlosigkeit (was Schelling in einer Passage in den Vorlesungen über die Philosophie der Kunst als „Schein der Gesetzlosigkeit” bezeichnet) nicht als bloße Illusion begreifen, die in Ordnung und Gesetz aufgehoben werden muss, oder sich auflöst, sobald das „Gesetz hinter den Erscheinungen” entdeckt wurde, sondern als eine Denkfigur oder spekulative Annahme, die mit kultureller Kraft (im Sinne der Erzeugung einer Wirkung) ausgestattet ist – und dann mit einigen (Romantikern, Hölderlin), die versuchen, die historische Faktizität mit dem Schein der anarchischen Kraft zu kontaminieren, um die Entstehung (oder Desintegration) kollektiver Körper zu erfassen.