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Studiengruppe "Architektonischer Affekt und gebaute Imagination" (FF7)

Leitung:

PD Dr. Markus Dauss

Profil

Ziel der Studiengruppe ist es, die affektiven Gehalte und die imaginären Dimensionen von Architekturen sichtbar zu machen. Grundannahme ist die These, dass Bauwerke aller Epochen stets nicht nur in sachlich-pragmatischen Anforderungen (Materialität, Statik/Tektonik, soziale Funktionen) aufgehen. Vielmehr sind Bauwerke immer auch als Medialisierung von Emotionen und als Verkörperungen von Imaginationen zu verstehen. Selbst wenn Erbauer und Nutzer dies explizit negieren, lassen sich also auch die ‚harten’ Dimensionen von Architekturen als Teile affektrhetorischer Programmatiken und als ästhetische Konstruktionen verstehen. 

Die affektiven und imaginären Aspekte von Architekturen verschiedener Zeiten können, so die Leitannahme der Gruppe, beleuchtet werden, indem man die Bauten und die sie begleitenden Diskurse in einem komparativen Zugriff so zueinander in ein Verhältnis setzt, dass sie sich gegenseitig, sei es durch Kontrastierung, sei es durch Kongruenz, erhellen. Die zugleich angestrebte interdisziplinäre Ergänzung ist auch in den unterschiedlichen Medialisierungsformen der Architektur begründet: Nicht nur in die Gestalt des Gebauten selbst oder seine Verzahnung mit dem jeweiligen Umgebungsraum, sondern auch in ikonische Inszenierungen durch ‚externe’ Bildmedien (Graphik/Malerei, Fotografie, Film) sind stets affektive und imaginäre Aspekte eingeschrieben. Nicht zuletzt stehen auch in literarischen Entwürfen vielfach die emotiven oder fiktionalen Aspekte der Architektur im Vordergrund. Und anders herum machen sie sich auch im wissenschaftliche ‚Theoriebau’, vor allem in der philosophischen ‚Systemarchitektur’, geltend – was ebenfalls reflektiert wird. 

Dabei ist zu klären, inwieweit es methodisch hilfreich ist, bestehende Paradigmen wie Rhetorik, kunsthistorische Affektästhetiken und kultursoziologische Theorien des Imaginären zu nutzen oder zu erweitern. Die Studiengruppe richtet sich an Studierende und Forschende aller Fachrichtungen.

Die Studiengruppe hatte ihre Arbeit zum Sommersemester 2017 eingestellt und hat sie zum Wintersemester 2018/19 wieder aufgenommen.

 

 

WINTERSEMESTER 2018/19

Das Programm der Studiengruppe finden Sie im Vorlesungsverzeichnis der Uni Frankfurt:

 

WINTERSEMESTER 2014/15

Architektonische Pathosformel und Moderne II. Affektrhetoriken in der Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts

Die Veranstaltung knüpft an die exemplarische Beschäftigung mit dem Frankfurter Hochschulbau und die parallele Begriffsarbeit zu Affekt und Emotion an, die die letzten Semester bestimmt haben. Die Architektursprachen der beiden Hochschulcampen (Bockenheim und Westend) sollen im Kontrastverfahren darauf hin untersuchen, mit welchem formalen und typologischen Vokabular hier Affekte/Emotionen evoziert, modifiziert oder kanalisiert werden. Dabei spielt sicherlich der Traditions- bzw. Gegenwartsbezug der Bauensembles und Bauten insgesamt (etwa zum Typus des angelsächsischen Campus, des mediterranen Palazzos oder modernen Bürogebäudes) eine Rolle, aber auch, wie diese historischen oder aktuellen Bezüge in soziopolitische wie institutionelle Diskurse (etwa in Selbstbildentwürfe der Hochschule) eingebunden sind. Zu analysieren ist aber auch die entsprechende Funktionalisierung und Aktualisierung einzelner Bauelemente wie Treppe, Portikus, Loggia oder Fensterwand, die als ikonische oder repräsentative Formen eingesetzt werden. Wenn man davon ausgeht, dass sie zugleich auf Skripte körperlicher Bewegung Bezug nehmen, kann man sie vermutlich auch als gebaute Pathosformeln (Aby Warburg) bezeichnen. Das in diese kulturell verankerten Chiffren eingelassene Potential zur – häufig unbemerkt bleibenden – Affizierung wird in den Spielarten moderner bzw. gegenwärtiger Architektur, wie sie die beiden Campen vertreten, auf ganz unterschiedliche Weise abgerufen. Ziel der Veranstaltung ist es, mittelfristig eine Art kommentierten Atlas dieser architektonischen ‚Pathosformeln‘ zu entwickeln.

SOMMERSEMESTER 2014

Architektonische Pathosformel und Moderne I. Affektrhetoriken in der Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts

Diese Veranstaltung greift den exemplarischen Ansatz der letzten Semester auf und führt die Beschäftigung mit dem Frankfurter Hochschulbau fort. In den letzten Semestern haben wir uns mit dem Wechsel vom Campus Bockenheim ins Westend beschäftigt und die jeweiligen Architektur- und Raumkonzepte, ihre diskursive Einbindung, Medialisierung und Verbildlichung – etwa zum Zwecke des sog. Corparate Marketing der Universität – untersucht. Zur Sprache kam dabei ganz allgemein auch, wie in diesen Diskursen Architektur als Emotionalisierungsmedium (etwa, um ‚Identifikation‘ zu stiften oder ‚positive‘ Werte wie ‚Innovativität‘ oder ‚Exklusivität‘ zu vermitteln) eingesetzt wird.

Jetzt soll der Blick der Blick noch einmal stärker auf die Bauten selbst zurück gewandt werden, um die Architektursprachen darauf hin untersuchen, mit welchem typologischen Vokabular hier Affekte/Emotionen evoziert, modifiziert oder kanalisiert werden sollen. Dabei spielt sicherlich der Traditionsbezug der Bauten insgesamt (etwa zum Typus des Palazzos oder Bürogebäudes), aber auch derjenige einzelner Bauelemente wie der Treppe (etwa zum Modell der Prachttreppe) eine wesentliche Rolle. Vor allem ist aber auch zu analysieren, wie hier Bewegung im Raum gesteuert wird – und ob bzw. wie sich daraus auch Rückschlüsse auf ‚innere Bewegtheit‘ ziehen lassen. Ob man überhaupt von einem Repertoire regelrechter Pathosformeln im modernen Bauen, scheinbar rational oder funktional bestimmt, sprechen kann, wäre in der Veranstaltung ebenfalls zu diskutieren. Dafür müsste nämlich der Ansatz, den der Kunst- und Kulturwissenschaftler Aby Warburg zur Bildanalyse entwickelt hat, auf die Architektur übertragen werden. Zu eruieren ist auch, wie in der Tradition der Zusammenhang von Architektur, realer Bewegung und Gemütsbewegung konzeptualisiert worden ist - und welche Verschiebungen hier die Moderne gebracht hat, etwa mit ihrem Konzept der 'promenade architecturale'.

Es existiert ein begleitender OLAT-Kurs.

WINTERSEMESTER 2013/14

Vom Campus zum Image: Emotionalisierungsstrategien der Hochschularchitektur im diskursiv-medialen Feld

Im WS 2013/14 beschäftigt sich die Studiengruppe (Übung) in Fortsetzung der thematischen Schwerpunkte der letzten Semester mit dem Zusammenhang von Affekt und Universitätscampus bzw. Hochschularchitektur.

In den vorangegangenen Semestern haben wir diskutiert, inwieweit Universitätscampen und ihre Bauten in der Tradition utopischer Entwürfe stehen, etwa um Raum für ideale Lerngemeinschaften zu schaffen oder gesellschaftliche Neuanfänge institutionell zu unterfüttern. Utopien haben stets ein Interesse an der Generierung und Kanalisierung von affektiven Haltungen und emotionalen Einstellungen und übersetzen diese in Raumentwürfe. Frage war also, ob dies auch an Universitätsbauten und ihren räumlichen Kontexten plastisch wird.

Endpunkt der exemplarischen Betrachtungen des vorletzten Semesters waren die Universitätsbauten Ferdinand Kramers für den Nachkriegscampus in Frankfurt-Bockenheim, die im Rahmen der Transformation des Standortes weitgehend von der Bildfläche verschwinden werden. Trotz ihrer betonten ‚Sachlichkeit‘ oder sogar amerikanisch-modern anmutender Coolness – gegen die Pathosformeln der traditionellen ‚Wissenschaftsschlösser‘ gesetzt – ließ sich auch hier die Intention einer Stiftung emotionaler Identifikation ausmachen. Programm war, durch zurückhaltende, aber genau kalkulierte architektonische Gesten Frei- und Entfaltungsraum nicht nur für didaktische Prozesse, sondern auch für emotionale Bindungen zu bieten. Die Aufgabe dieser über lange Jahre vernachlässigten Bau- und Raumensembles generiert nun ihrerseits wieder Affekte, wie aktuell zu beobachten.

Im signifikanten Kontrast zum Verschwinden des Campus Bockenheim steht die reale wie mediale Präsenz des Campus Westend und seiner ikonischen Leitbauten. Wir haben sie im letzten Semester konkret wie aus der Ferne – mit einem Blick auf die Planungsgeschichte – umkreist und erkundet. Nun steht die Frage steht im Raum, wie sich der Neubau von universitären  Ensembles, ihre Ikonisierung und der Wandel gesellschaftlicher und institutioneller Leitbilder aufeinander beziehen lassen. Welche imaginierten Selbstbilder der Institution werden hier in räumliche Form übersetzt, welches Images werden dafür entworfen, und welche Rolle spielen Emotionalisierungsstrategien dabei? Wie werden Neubauprogramme der letzten Jahre aufgenommen, welche Affekte generieren oder kanalisieren sie innerhalb und außerhalb der universitären Welt? Mit welchen architekturgeschichtlichen, soziologischen oder raumanalytischen Zugriffsweisen lassen sich diese Prozesse beschreiben?

Durchzuführen sein wird eine Diskursanalyse unterschiedlicher Texte, Bilder und medialer Formate, welche den Entwurf, die Produktion und Rezeption dieser neuen Frankfurter Campus-Architektur – immer als Gegenbild zum Verschwinden des Campus Bockenheim zu verstehen – begleiten. Herangezogen werden sollen etwa die Publikationsorgane der Universität selbst (inklusive ihres Webauftrittes) und Texte bzw. Text-Bild-Komplexe, verfasst von Akteuren der Standortverlagerung selbst. Gefragt werden soll aber auch, ob die dort vertretenen, häufig emphatischen Positionen, angestrebten emotionalen Identifikationen und normativ aufgeladenen Images bruchlos von der weiteren Öffentlichkeit an- und aufgenommen werden.

Es existiert ein begleitender OLAT-Kurs.

Die Veranstaltung flankiert ein aktuelles Projekt/Hauptseminar zum 100-jährigen Universitätsjubiläum, das von Helen Barr, Bettina Marten, Bettina Rudhof und Bettina Güdelhöfer angeboten wird: „Die Universität wird 100! Vom Auditoriengebäude zum Campus Bockenheim - Eine Geschichte des Campus Unser Beitrag zum Jubiläumsjahr“ (weitere Infos dazu im Vorlesungsverzeichnis).

Max. Teilnehmerzahl: 30

Anmeldung bitte vorab per Email ab dem 01.10.2013 an dauss@kunst.uni-frankfurt.de

Erste Sitzung: 21.10.2013

Literatur (Quelle): Rudolf Steinberg (Hg.), Die neue Universität Frankfurt am Main, Frankfurt am Main 2013

SOMMERSEMESTER 2013

Im SoSe 2013 beschäftigt sich die Studiengruppe weiterhin mit dem Universitätscampus. Nun wird, als Aktualisierung des Programmes des WS, gefragt, inwieweit sich der Wandel gesellschaftlicher und institutioneller Leitbilder und der Neubau von universitären  Ensembles aufeinander beziehen lassen. Welche imaginierten Selbstbilder werden hier in räumliche Form übersetzt, welches Images werden dafür entworfen? Wie werden Neubauprogramme der letzten Jahre aufgenommen, welche Affekte generieren oder kanalisieren sie innerhalb und außerhalb der universitären Welt? Mit welchen architekturgeschichtlichen, soziologischen oder raumanalytischen Zugriffsweisen lassen sich diese Prozesse beschreiben? Endpunkt der exemplarischen Betrachtungen des letzten Semesters waren die Universitätsbauten Ferdinand Kramers für den Nachkriegscampus in Frankfurt-Bockenheim, die im Rahmen der Transformation des Campus weitgehend von der Bildfläche verschwinden werden. Im signifikanten Kontrast dazu steht die reale wie mediale Präsenz des Campus Westend und seiner ikonischen Leitbauten. Durchzuführen sein wird, folgend auf eine Aneignung der Geschichte des Bau- und Raumensembles im Westend vor der Umnutzung als Universitätscampus, eine Diskursanalyse unterschiedlicher Texte, Bilder und medialer Formate, welche den Entwurf, die Produktion und Rezeption dieser neuen Frankfurter Campus-Architektur – immer als Gegenbild zum Verschwinden des Campus Bockenheim zu verstehen – begleiten. Eingeladen ist für einen Vortrag und eventuell eine Campusführung der Planer und soziologische Architekturexperte Wilfried Kaib (Aschaffenburg/Frankfurt).

Semesterspezifische Literatur, in Ergänzung der umfassenderen Bibliographie des letzten Semesters:

Peter Cachola Schmal/Wolfgang Voigt, Das Verwaltungsgebäude der I.G. Farbenindustrie in Frankfurt am Main und andere Verwaltungsbauten, in: Wolfgang Pehnt/Matthias Schirren (Hg.), Hans Poelzig, 1869 bis 1936. Architekt, Lehrer, Künstler, Bonn 2007, S. 112-125

Heike Drummer/Jutta Zwilling, Von der Grüneburg zum Campus Westend. Die Geschichte des IG-Farben-Hauses. Begleitbuch zur Dauerausstellung, hg. von der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main 2007

Werner Meißner/Dieter Rebentisch/Wilfried Wang, Der Poelzig-Bau. Vom IG-Farben-Haus zur Goethe-Universität, Frankfurt am Main 1999

Monika Grubbauer, Zum Interpretieren von Architektur. Theorie des Interpretierens, in Wolkenkuckucksheim, 12. Jg., Heft 2, Dezember 2008

WINTERSEMESTER 2012/2013

Themen

Der Campus und seine Bauten als utopischer Ort
Im WS 2012/2013 beschäftigt sich die Studiengruppe mit dem Universitätscampus als utopischem Ort. Merkmale utopischer Raumentwürfe und ihrer architektonischen Gestaltung, die im letzten Semester Thema waren, können hier, so die These, paradigmatisch beobachtet werden. Denn seit ihrer Gründung im europäischen Mittelalter beanspruchen Universitäten nicht nur, ideale Lern- und Lebensgemeinschaften (im Schulterschluss zum Kloster und monastischen Leben) zu sein. Sie lokalisieren sich darüber hinaus auch als privilegierte Institutionen in räumlichen Sonderzonen und bilden eine eigene bauliche Struktur aus. Besonders einflussreich sind bis in die Moderne der Collegetypus angelsächsischer Prägung sowie die Campusuniversität amerikanischer Genese (‚academic village‘). Beide wollten einen idealen und häufig sogar utopisch aufgeladenen Ort für die Mitglieder der 'Gelehrtenrepublik' oder zumindest der Bildungseliten schaffen. In Deutschland mit seiner humboldtschen Tradition war lange die eher locker gruppierte, baulich wenig im Stadtbild sichtbare ‚Stadtuniversität‘ verbindlich. Im Historismus entstanden hier dann, als Universitätshauptgebäude, aber auch als Architekturen der ehrgeizigen Technischen Hochschulen, häufig anspruchsvolle Wissenschaftsschlösser. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden im Zuge der Universitätsreform (Internationalisierung/Westbindung) auch angelsächsische oder amerikanische Typologien übernommen und teilweise synthetisiert. Im Zuge gesellschaftlicher und institutioneller Erneuerung (so zumindest der Anspruch) entstanden aber auch, gerade in Synergie mit der Architektursprache der ‚Zweiten Moderne‘, Ensembles mit neuartigem Charakter. Zu prüfen ist, welche Merkmale utopischer Raumentwürfe für die institutionellen Ideale und gesellschaftlichen Utopien, die Universitäten stets verkörpern und manchmal sogar ersinnen, mobilisiert wurden oder werden.

In der Auseinandersetzung mit dem exemplarischen Fall des Universitätscampus will die Studiengruppe sich weiter spezifische methodologische Zugangsweisen zu gebauten Affekten und Imaginationen erschließen.  Bezugstexte werden einerseits Lektüren sein, die in den letzten  Semestern besprochen wurden, andererseits werden wir uns neu zwei klassische Ansätze erarbeiten, die aus soziologischer und kunsttheoretischer Perspektive versuchen, eine ‚Grammatik‘ des Räumlichen zu erstellen: Georg Simmel und Heinrich Wölfflin. Während in diesem Semester hauptsächlich die räumliche ‚Sprache‘ des Universitätscampus analysiert wird, ist geplant im nächsten Semester, SoSe 2013, die Sprache über die Architektur zu analysieren: Durchzuführen sein wird eine Diskursanalyse unterschiedlicher Texte, welche den Entwurf, die Produktion und Rezeption von Frankfurter Campus-Architektur begleiten.

Literatur

Die Literaturliste des Wintersemesters 2012/2013 als PDF

Weiterführende Literatur in OLAT

Termine

Immer montags, ab 18:00 Uhr, Neue Mensa - NM 102

Der Campus und seine Bauten als utopischer Ort

  • 29. Oktober: Einführung
  • 12. November: Geschichte der Universität in Europa vor der Moderne (1500-1900)
    •    Walter Rüegg, Geschichte der Universität in Europa, Bd. II (Von der Reformation zur französischen Revolution. 1500-1800), München 1996, S. 164-169.
    •     Hans-Georg Lippert, „Schlösser für die Wissenschaft. Deutsche Hochschulbauten im 19. Jahrhundert », in: Jean-Michel Leniaud (Hg.), Institutions, services publics et architecture XVIIIe-XXe siècle (Actes des journées d’études du Collège doctoral européen „Institutions, écrit et symboles“, École pratique des hautes études Paris et Université technique de Dresde, Paris les 13 et 14 juin 2002), Saint-Just-la-Pendue 2003, S. 103-117, 164
  • 26. November: Deutsche Hochschulbauten und ihre institutionellen Raumkonzepte im internationalen Vergleich (Campus/College/Stadtuniversität)
    •    Martin Wilhelm u.a., Der Campus. Zur Zukunft deutscher Hochschulräume im internationalen Vergleich, Zentrum für internationale Technikforschung TU Darmstadt, 2004, S.  4-68
    •    Stefan Muthesius, The Postwar University. Utopianist Campus und College, New Haven 2001, S. 1-10, 203-246
  • 10. Dezember: Methoden 1: Utopische Raumentwürfe (Insel, Garten, Labyrinth, Himmel, Höhle etc.)
    •    Karl R. Kegler/Karsten Ley/Anke Naujokat, Utopische Orte. Utopien in Architektur- und Stadtbaugeschichte, Aachen 2004, S. 7-10, 13-21, (26-29), 63-76, 111-124, 127-140
  • 14. Januar: Methoden 2: Raumsoziologische Grundbegriffe; räumliche Ordnungen der Gesellschaft; architektonische Ausdruckslehre und Wahrnehmungspsychologie (Simmel; Wölfflin)
    •    Georg Simmel, „Der Raum und die räumlichen Ordnungen der Gesellschaft“, in: Georg Simmel, Soziologie. Untersuchungen über Formen der Vergesellschaftung. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1992, S. 687-790
    •    Heinrich Wölfflin, Prolegomena zu einer Psychologie der Architektur, München 1886, Nachdruck Gebr. Mann Verlag Berlin, 1999
  • 21. Januar: exemplarische Analyse 1: Jügelhaus/Gründung der Frankfurter Universität
    •    Das Jügelhaus: das neue Auditoriengebäude der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften zu Frankfurt a.M. und die bei seiner Einweihung am 21. Oktober 1906 gehaltenen Reden, hg. v. d. Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften, Frankfurt am Main, Jena 1907
    •    Astrid Hansen, Die Frankfurter Universitätsbauten Ferdinand Kramers, Weimar 2001, S. 44-58
  • 4. Februar: exemplarische Analyse 2: Felix Kramers Hochschulbauten
    •    Astrid Hansen, Bauten für die Wissenschaft, in: Ferdinand Kramer. Der Charme des Systematischen, hg. v. Claude Lichtenstein, Gießen 1991, S. 82-91
    •    Astrid Hansen, Die Frankfurter Universitätsbauten Ferdinand Kramers, Weimar 2001, S. 83-85, S. 101-105, 112-114, 116-125
  • 18. Februar: exemplarische Analyse 3: Campus Westend
    •    Peter Cachola Schmal/Wolfgang Voigt, Das Verwaltungsgebäude der I.G. Farbenindustrie in Frankfurt am Main und andere Verwaltungsbauten, in: Wolfgang Pehnt/Matthias Schirren (Hg.), Hans Poelzig, 1869 bis 1936. Architekt, Lehrer, Künstler, Bonn 2007, S. 112-125
    •    Heike Drummer/Jutta Zwilling, Von der Grüneburg zum Campus Westend. Die Geschichte des IG-Farben-Hauses. Begleitbuch zur Dauerausstellung, hg. von der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main 2007, S. 36-43, 46-57, 118-127

SOMMERSEMESTER 2012

Themen

Im Sommersemester 2012 beschäftigt sich die Studiengruppe mit der architektonischen oder urbanistischen Dimension utopischer Denkgebäude. Dass Utopien bzw. das utopienahe Denken einen besonderen Bezug zum Imaginären unterhalten, liegt auf der Hand, ebenso, dass utopische oder ideale Gemeinschaften seit der antiken Begründung der Gattung räumlich ausformuliert werden, vor allem als Insel und/oder Stadt. Umgekehrt tritt hier das utopische Potential, das eigentlich jeder Architektur eingeschrieben ist, zutage. Wie verhält es sich darüber hinausgehend aber mit der Rolle von Affekten und Emotionen in utopischen Entwürfen, wie sind sie an Architektur als Verräumlichung des Sozialen gebunden? Auf welche Weise sollen sie in den jeweiligen Entwürfen evoziert, kanalisiert oder auch rationalisiert werden? Anhand einiger zentraler moderner Theoretiker des Utopischen wollen wir Antworten auf diese Fragen suchen.

Literatur

Als eine Art Nachschlagewerk/Überblick/Begleitlektüre ist zu empfehlen: Karl R. Kegler/Karsten Ley/Anke Naujokat, Utopische Orte. Utopien in Architektur- und Stadtbaugeschichte, Aachen 2004

Termine

Immer ab 18 Uhr, Jügelhaus - Hörsaal A

  • 07. Mai: Die Großstadt und das Geistesleben
    •   Georg Simmel, Die Großstadt und das Geistesleben (1903), in: Susanne Hauser,
    Christa Kamleithner, Roland Meyer (Hg.), Architekturwissen. Grundlagentexte aus  
    den Kulturwissenschaften, Bd. 1: Zur Ästhetik des sozialen Raumes, Bielefeld 2011,   S. 147-157.
  • 21. Mai: Das Prinzip Hoffnung
    •  Ernst Bloch, Das Prinzip Hoffnung, Vierter Teil (Konstruktion), Frankfurt am Main 1959,   S. 819-872.
  • 11. Juni: Sphären I.
    •   Peter Sloterdijk, Sphären, Bd. III: Schäume, Frankfurt am Main 2004,
    S. 309-363.     
  • 25. Juni: Sphären II
     •   Peter Sloterdijk, Sphären, Bd. III: Schäume, Frankfurt am Main 2004,  
    S. 501-567.
  • 09. Juli:  Realisierbare Utopien
    •   Yona Friedmann, Les utopies réalisables, Paris 2000, I. Les utopies en général, VIII.  La ville (franz. Texte online).   

WINTERSEMESTER 2011/2012

Wintersemester 2011/2012

Themen

Im WS 2011/2012 beschäftigt sich die Studiengruppe mit drei paradigmatischen Bautypen (exemplarische Analyse), die ein kollektives Imaginäres verschiedener Zeiten und sozialer Formationen verkörpern: klassische Schlossarchitektur, Passagen des 19. Jahrhunderts und moderne Wolkenkratzer. Es soll rekonstruiert werden, dass und wie diese Bauwerke Affekte und Emotionen generieren, kanalisieren, fokussieren oder medialisieren etc. Die Anschlüsse zur höfischen Affektlehre (Norbert Elias), zu Imaginationen der entstehenden Moderne (Walter Benjamin) und zu delirierenden Zukunftsvisionen (Rem Koolhaas) stehen dabei im Zentrum. 

Literatur

(jeweils in Auszügen)

  • Norbert Elias,  Die höfische Gesellschaft: Untersuchungen zur Soziologie des Königtums und der höfischen Aristokratie. Mit einer Einleitung: Soziologie und Geschichtswissenschaft, Neuwied 1969
  • Walter Benjamin, Das Passagen-Werk (GS, Bd. 5.1 u. 2), Frankfurt am Main 1982
  • Rem Koolhaas, Delirious New York. Ein retroaktives Manifest für Manhattan, Aachen 1999

Termine

Wenn nicht anders angegeben: 16:00, Raum Jur. 315

28.11.        Vorstellung der Arbeitsgruppe und Absprache des Semesterprogramms

12.12.        Norbert Elias 

09.01.        Walter Benjamin

30.01.        Rem Koolhaas

27.02.        Vorbesprechung eines ateliers de recherche (14-18)

09.03.        Atelier de Recherche mit Hermann Korte, Detlev Schöttker, Bettina Rudhof