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Studiengruppe "Historische Epistemologie" (FF1)

Beteiligte Dozenten: Prof. Dr. Moritz Epple, Dr. Falk Müller, Dr. Benjamin Steiner 

Doktoranden und Studierende: David Dilmaghani, Birgit Bergmann, Theresa Gessler, Shirin Moghaddari, Laurens Schlicht, Helene Schlicht, Philipp Schweizer

Profil
 

Ziel der Studiengruppe ist es, den thematischen Schwerpunkt des Forschungsfeldes 1 statusgruppenübergreifend zu diskutieren und zu vertiefen. Es soll also darum gehen, die Erkenntnisprozesse einzelner Wissensgebiete der Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften in einer konsequent historischen Perspektive zu untersuchen. 

In den Sommersemesters werden Kompaktveranstaltungen zu einem Schwerpunktthema der Historischen Epistemologie stattfinden, in denen die Studierenden Scheine für ein Hauptseminar (abhängig von den vertretenen Fächern) oder (die Masterstudierenden des FB 8) für eine Studiengruppe erhalten können, an denen aber vor allem auch Promovierende verschiedener Institute und Disziplinen teilnehmen können. Zudem werden Kooperationen mit Lehrenden anderer Disziplinen angestrebt und auswärtige ReferentInnen eingeladen. Auf diese Weise kann die Frage nach dem historischen Wandel von Erkenntnisstrategien in verschiedenen Wissenschaften – auch vergleichend – untersucht werden. Im jeweils darauf folgenden Wintersemester werden zum Schwerpunktthema des Sommersemesters vertiefende Veranstaltungen angeboten, wobei Lektüresitzungen im Wechsel mit Vorträgen von einschlägigen GastwissenschaftlerInnen und NachwuchsforscherInnen im Rahmen des Wissenschaftshistorischen Kolloquiums stattfinden. 

Basisliteratur

  • Gaston Bachelard, Der neue wissenschaftliche Geist, Frankfurt 1988.
  • Georges Canguilhem, Wissenschaftsgeschichte und Epistemologie. Gesammelte Aufsätze, Frankfurt 1980.
  • Georges Canguilhem. Die Erkenntnis des Lebens, Berlin 2009.
  • Lorraine Daston/Peter Galison, Objektivität, Frankfurt 2007.
  • Ludwik Fleck, Die Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache, Frankfurt 1980.
  • Michel Foucault, Die Ordnung der Dinge. Eine Archäologie der Humanwissenschaften, Frankfurt 1974.
  • Hans-Jörg Rheinberger, Experimentalsysteme und epistemische Dinge. Eine Geschichte der Proteinsynthese im Reagenzglas, Frankfurt 2006.
  • Hans-Jörg Rheinberger, Historische Epistemologie zur Einführung, Hamburg 2007.

WINTERSEMESTER 2018/19

Forschungsschwerpunkt bildet dieses Jahr das Thema „Wissenschaft und Kolonialität“ und, damit verbunden, die epistemischen, praktischen und sozialen Aspekte schwacher Wissensbestände, die letztes Semester im Fokus standen.

Das jährliche Blockseminar der Studiengruppe fand auch dieses Jahr statt und bildet einen zentralen Tätigkeitsschwerpunkt. Hier wird das Jahresthema der Studiengruppe von Studenten, Doktoranden und Professoren gemeinsam erarbeitet. Nachdem im letzten Jahr vor allem die Frage nach schwachem Wissen und schwachen Wissensbeständen als Gegenstand der Wissenschaftsgeschichte den besonderen Fokus bildeten, wurde im SoSe 2018 das Thema „Kolonialität in den Wissenschaften“ behandelt. Neben vielen historischen Fallbeispielen aus Afrika, Asien, Südamerika und Europa wurden Fragen nach dem Zusammenhang von Wissenschaft und Kolonialität diskutiert: Wie waren Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in koloniale Prozesse eingebunden? Welche Art von Wissen wurde in kolonialen Kontexten etabliert und zirkuliert? Wie war und ist der Umgang mit dem Wissen der Kolonisierten und Sammlungsobjekten, die aus den kolonisierten Ländern ausgeführt wurden?

Weiterhin ist auch die Geschichte der Goethe-Universität im NS-Regime ein Thema der Studiengruppe und wird wissenschaftshistorischen Kolloquium weiterverfolgt (Vortrag Jason Pollhammer und Helmut Maier (Bochum), "Ressourcenexplosion und Innovationsschübe: Hochschulen und Rüstungsforschung im NS-Staat (1933-1945)" am 29.1.2019) .

Christoph Gradmann (Oslo), zu Gast im wissenschaftshistorischen Kolloquium am 18.12.2018 mit dem Vortrag: „Krise als Labor: Tuberkulose in Tansania - von internationaler zu globaler Gesundheit 1970-1995“.

Jason Pollhammer und Helmut Maier (Bochum), zu Gast im wissenschaftshistorischen Kolloquium am 29.01.2019 mit dem Vortrag "Ressourcenexplosion und Innovationsschübe: Hochschulen und Rüstungsforschung im NS-Staat (1933-1945)".

WINTERSEMESTER 2017/18

- Exkursion der Studiengruppe zum Deutschen Wetterdienst in Offenbach am 14. November 2017.

- Werkstattgespräch mit Annegret Pelz (Wien) am 11. Dezember 2017 im Anschluss an ihren Vortrag "Mobile Sammlung, zirkulierende kleine Formen" vom 10. Dezember 2017.

SOMMERSEMESTER 2017

- Werkstattgespräch mit Helmuth Trischler (München) am 4. Mai 2017, im Anschluss an seinen Vortrag "Das Anthropozän: eine Herausforderung für die Wissenschafts-, Technik- und Umweltgeschichte" am 3. Mai 2017.

- Preconference-Workshop zur SFB-Tagung „Weak Knowledge. Forms, Functions and Dynamics“ (2.- 4. Juli 2017) am 1. Juli 2017 mit Richard Hill (Mainz), Jan Surman (Erfurt), Corinna Dziudzia (Gießen), sowie mehreren Gästen aus Tel Aviv (siehe Programm, Link in Email von Moritz Epple).

SOMMERSEMESTER 2016

- „Science in the Archive?“, Werkstattgespräch mit Lorraine Daston am 30.6.2016, 8:30-10:00 Uhr im Anschluss an ihren Vortrag: „The strange modernity of modern science“ vom 29.06. Vorbereitet wurde das Werkstattgespräch durch eine Diskussionsveranstaltung zum Thema „Wissenschaftsgeschichte und die Geschichte der Archive“ im Rahmen des wissenschaftshistorischen Kolloquiums am 7. Juni 2016.

- Deutsch-französischer Workshop: „Epistemologies and Politics of the Sciences of Man in the 19thcentury“ vom 8. - 9. Juni 2016 organisiert von Prof. Moritz Epple, Dr. des Laurens Schlicht und Martin Herrnstadt. Gäste waren unter anderem Prof. Jean-Luc Chappey (Paris), Dr. Julien Vincent (Paris), Iván Moya Diaz (Paris), Dr. Lisa Regazzoni (Frankfurt), Dr. Sven Ködel (Paris/ Bamberg), Dr. Jonathan Kohlrausch (Bremen/Kiel)

- „Zur Epistemologie und sozialen Funktion schwacher Wissensbestände“. Blockseminar der Studiengruppe in Riezlern vom 10. - 15. Juli 2016; internationaler Gast Dr. Matteo Vagelli (Paris)

Die Studiengruppe „Historische Epistemologie“ ist seit dem Wintersemester 2015/2016 Teil des internationalen Netzwerks „Épistémologie Historique. Research Network on the Traditions and the Methods of Historical Epistemology“. Kooperation mit Jean-François Braunstein vom Institute for the History and Philosophy of Science and Technology (IHPST) an der Universität Paris I Sorbonne; in diesem Rahmen konnte die Studiengruppe im Sommersemester 2016 Dr. Matteo Vagelli als ihren ersten Gastwissenschaftler begrüßen

 

SOMMERSEMESTER 2014

  • 23. April 2014, 14-16 Uhr, I.G. 1.414, Planungstreffen der Studiengruppe für das Sommersemester 2014.
  • 6.-11. Juli 2014, Blockseminar der Studiengruppe Historische Epistemologie in Riezlern im Kleinwalsertal: „Science Wars. „Streit um „Wissenschaft“ seit dem 17. Jahrhundert“

WINTERSEMESTER 2013/14

Historische Epistemologie der Dinge 

Wissenschaftliches Erkennen steht in einer vielfältigen Beziehung zu Dingen, Gegenständen, Objekten, oder in welchen Begriffen auch immer Dinge gefasst sein mögen. Während die traditionelle Erkenntnistheorie versucht, diese Beziehung ein für alle Mal zu fixieren (etwa in der Kantischen Unterscheidung von „Ding an sich“ und „Erscheinung“), fragt eine historische Epistemologie der Dinge nach den unterschiedlichen, sich historisch verändernden Beziehungen von konkreten Dingen zu spezifischen Erkenntnisprozessen. An welche Dinge knüpfen sich Erkenntnis- und Forschungsprozesse? Was kann an welchen Dingen erkannt werden? Wie bewegen sich Dinge zwischen Materialität und Kultur? Wie werden Dinge klassifiziert, für ein Experiment präpariert oder in einer Sammlung präsentiert? Wie verändert sich historisch das Inventar der Dinge, die es „gibt“, durch Veränderungen im Wissen, und wie verändert sich das Wissen durch das Auftreten oder Verschwinden von Dingen (oder: wie greift die Historische Epistemologie und die historische Ontologie der Dinge ineinander)? Welche Geschichte haben Dinge des Erkennens und wie speichern Dinge Wissen vergangener Zeiten? Wie wird Wissen durch Objektivierung stabilisiert? Ziel des Seminars ist es, solche allgemeinen Fragen an einzelnen Dingen – konkreten Dingen wie den Vakuumpumpen von Boyle und Huygens, den botanischen Specimen der Forschungsreisenden, dem Pariser Urmeter, der Glühbirne, dem Tabakmosaikvirus und abstrakten Dingen wie dem fünften Element (Aether), dem Vakuum, dem Phlogiston oder der Zahl i – historisch zu verfolgen, und an Beispielen die Vielfalt der epistemologischen Funktionen der Dinge zu erhellen.

Referenztexte der Diskussion

  • Lorraine Daston (Hg.), Biographies of Scientific Objects, Chicago: Chicago University Press, 1999.
  • Lorraine Daston (Hg.), Things That Talk. Object Lessons from Art and Science, Cambridge, Mass.: MIT Press, 2004.
  • Hans-Jörg Rheinberger, Experiment – Differenz – Schrift. Zur Geschichte epistemischer Dinge, Marburg: Basilisken Presse, 1992.
  • Hans-Jörg Rheinberger, Bettina Wahrig-Schmidt und Michael Hagner (Hg.), Objekte, Differenzen und Konjunkturen. Experimentalsysteme im historischen Kontext. Berlin: Akademie Verlag, 1994.
  • Soraya de Chadarevian, Models. The Third Dimension of Science, Stanford: Stanford University Press, 2004.
  • Mary S. Morgan & Margaret Morrison (Hg.): Models as Mediators: Perspectives on Natural and Social Science, Cambridge: Cambridge University Press, 1999.
  • Wiebe E. Bijker, Of bicycles, bakelites and bulbs. Toward a Theory of Sociotechnical Change, Cambridge, MA/London: MIT Press, 1995.
  • 12. November 2013, 18-20 Uhr, Raum I.G. 1.414, gemeinsame Lektüre: Vergangenheit und Gegenwart in der Historiographie der Wissenschaften - Texte von Geoffrey E. R. Lloyd und Naomi Oreskes
  • Dienstag, 17. Dezember 2013, 18-20 Uhr, Raum I.G. 1.414, Moritz Epple: "Zur Geschichte der Natur mathematischer Dinge I" (Vortrag im Rahmen des wissenschaftshistorischen Kolloquiums)
  • 21. Januar 2014, 18-20 Uhr, Raum I.G. 1.414, Alexandre Métraux (Heidelberg): "The History of Science as Unending Steeplechase: A Dialogue"
  • 6.-7. Februar 2014, Campus Westend I.G. 1.414, Workshop: „Umwege – Detours: Moving Knowledge, Translating Identities“ (Zusammen mit dem Minerva Institute for German History, Tel Aviv University)
  • 6. Februar 2014, 19:15-21:30 Uhr, Raum I.G. 411, Galili Shahar ((Minerva Institute for German History, Tel Aviv University): “Silent Syllable: On Franz Rosenzweig’s Translation of Yehuda Halevi’s Liturgical Poem (The German, the Jew and the Arab)” 
  • Dienstag, 11. Februar 2014, 18-20 Uhr, Raum I.G. 1.414, Ewa Domanska (Poznan / Stanford): "History and Posthumanism"

SOMMERSEMESTER 2013

Termine

  • 30. April 2013, 18-20 Uhr, Raum I.G. 14.14: Ursula Klein (MPI Berlin), "Die Historizität wissenschaftlicher Dinge" (zusammen mit dem Wissenschaftshistorischen Kolloquium)
  • 14. Mai 2013, 18-20 Uhr, Raum I.G. 1.414: Henning Schmidgen (Universität Regensburg), "Maschinengeschichte. Ein Programm" (zusammen mit dem Wissenschaftshistorischen Kolloquium)
  • 16. Mai 2013, 9:30-17 Uhr, Raum Jügel Haus, Jüg  6C: Workshop: "Knowing to Resist – Resisting Knowledge (I): Epistemologies of Political Struggles and the Assembling of the Social" (zusammen mit dem Internationalen Promotions-Colleg Gesellschaftwissenschaften, IPC)
  • 21. Mai 2013, 18-20 Uhr, Raum I.G. 1.414: Sabetai Unguru (Cohn Institut, Tel Aviv), "Noneuclidean Geometry in Greek Antiquity" (zusammen mit dem Wissenschaftshistorischen Kolloquium)
  • 11. Juni 2013, 18-20 Uhr, Raum I.G. 1.414: Michael Korey (Dresden), "Alles und Nichts: Was ist wissenschaftlich bei einem wissenschaftlichen Instrument? Reflexionen über ein wiedereröffnetes Museum" (zusammen mit dem Wissenschaftshistorischen Kolloquium)
  • 2. Juli 2013, 18-20 Uhr, Raum I.G. 1.414: Claus Zittel (Freie Universität Berlin), "Wissenskulturen, Wissensgeschichte und historische Epistemologie" (zusammen mit dem Wissenschaftshistorischen Kolloquium)
  • 5.-11. Juli in Riezlern/Kleinwalsertal
    Kompaktseminar: Epistemologien der Geschichtsschreibung

Die Studiengruppe Historische Epistemologie bietet auch in diesem Semester wieder ein Kompaktseminar für fortgeschrittene Studierende, Doktorand/inn/en und Post-Docs an. Thema sind die epistemologischen Konzepte und Verfahren, die der Geschichtsschreibung zugrunde lagen und liegen. Dabei soll für ausgewählte Beispiele neuzeitlicher und moderner Historiographie gefragt werden: Was heißt im Rahmen einer solchen Geschichtsdarstellung oder auch Geschichtstheorie jeweils „Historisches Erkennen“? Was sind die jeweils zugehörigen Praktiken der Datenerfassung und Geschichtskonstruktion? Zentrale Konzepte für eine solche Analyse von Geschichtsdarstellungen und Geschichtstheorien sind u.a.: Ereignis, Spur, Mentalität, Struktur, historisches Gesetz, Tatsache, Fiktion, Prozess.

  • 16. Juli 2013, 18-20 Uhr, Raum I.G. 1.414: Menachem Fisch (Cohn Institut, Tel Aviv), "Rethinking scientific revolutions – Michael Friedman and beyond" (zusammen mit dem Wissenschaftshistorischen Kolloquium)

WINTERSEMESTER 2012/13

Termine

  • 23.10.2012, 17.30-18.15 Uhr, Raum I.G. 1.414
    Planungstreffen der Studiengruppe für das Wintersemester 2012/13.
  • 30.10.2012, 18-20 Uhr, Raum I.G. 1.414, gemeinsame Lektüre: M. Norton Wise, Science as (Historical) Narrative, Erkenntnis 75 (2011): 349-376.
  • 13.11.2012, 18-20 Uhr, Raum I.G. 1.414, gemeinsame Lektüre: Martin Kusch, Reflexivity, Relativism, Microhistory: Three Desiderata for Historical Epistemologies, Erkenntnis 75 (2011): 483-494; Mary Tiles, Is Historical Epistemology Part of the Modernist Settlement?, Erkenntnis 75 (2011): 525–43.
  • 21.11.2012, 18-20 Uhr, Raum I.G. 411, Sybille Krämer: "Zeit als Raum oder: Über die Kreativität der Linie" (Vortrag im Rahmen der Mittwochskonferenzen des FzHG).
  • 22.11.2012, 9-11 Uhr, Raum I.G. 1.414, Werkstattgespräch mit Sybille Krämer: "Was ist eigentlich eine Karte?"
  • 15.1.2013, 18-20 Uhr, Raum I.G. 1.414 (zusammen mit dem Wissenschaftshistorischen Kolloquium)
    Hans Jörg Nissen (Berlin), "Schule vor der Schrift: Wege der Vermittlung von Wissen und Regeln im Mesopotamien des 4. vorchr. Jahrtausends"

    Vorbereitende Literatur: Nissen/Heine, Von Mesopotamien zum Irak, Berlin: Wagenbach 2004, Kapitel 1-4.
  • 5.2.2013, 18-20 Uhr, Raum I.G. 1.414 (zusammen mit dem Wissenschaftshistorischen Kolloquium)
    Orna Harari (Tel Aviv), "The autonomy of physics and non-deductive proofs in the Aristotelian tradition"

SOMMERSEMESTER 2012

Termine

  • 24.04.2012, 18-20h, Raum 1.414
    Vortrag (zusammen mit dem Wissenschaftshistorischen Kolloquium):
    Shaul Katzir (Tel Aviv): Interactions between Physics and Technology in the Early 20th Century: The Example of Piozoelectricity
  • 26.04.2012, 10-13 Uhr, Raum 1.414
    Werkstattgespräch (zusammen mit der Studiengruppe Verwandtschaftsforschung):
    Gadi Algazi (Tel Aviv): Gelehrtenkultur und soziale Reproduktion

    Ausgehend von seinem Vortrag am Vorabend und seinem Artikel "Habitus, familia und forma vitae: Die Lebensweisen mittelalterlicher Gelehrten in muslimischen, jüdischen und christlichen Gemeinden - vergleichend betrachtet", in: Beiträge zur Kulturgeschichte der Gelehrten im späten Mittelalter, hg. v. Frank Rexroth, Ostfildern 2010, 185-217.
  • 5.06.2012, 18-20 Uhr, IG 1.414
    Staffan Müller-Wille (Exeter/Berlin): Vom Exzerptbuch zur Karteikarte. Carl von Linné bei der Arbeit (1727-1767)
  • 26.06.2012, 18-20 Uhr, IG 1.414
    Adelheid Voskuhl (Cambridge, MA): Die Automatenkultur der Aufklärung und ihre Bedeutung im Industriezeitalter
  • 1.-6. Juli in Riezlern/Kleinwalsertal
    Kompaktseminar: Politik des Wissens: die politische Dimension der historischen Epistemologie

    Die Geschichte des wissenschaftlichen Erkennens ist stets auch eine Geschichte der sozialen und politischen Funktionen der Forschung und des wissenschaftlichen Wissens. Das Seminar beschäftigt sich sowohl mit theoretischen Entwürfen, welche die politische Dimension der historischen Epistemologie ausloten, wie auch mit ausgewählten historischen Episoden, an denen diese Dimension exemplarisch untersucht werden kann.
  • 17.07.2012, 18-20 Uhr, IG 1.414
    Amir Teicher (Tel Aviv): German Psychiatry, 1900-1933: Mendel, Eugenics, and the Statistical Method

WINTERSEMESTER 2011/2012

Termine

  • 08.11.2011, 18h-20h, Raum 1.414
    Lektüre und Diskussion des Textes von Markus Hilgert: Von "Listenwissenschaft" und "epistemischen Dingen". Konzeptuelle Annäherungen an altorientalisce Wissenspraktiken, in: Journal for General Philosophy of Science 40 (2009):  S. 277-309.
  • 29.11.2011, 18h-20h, Raum 1.414
    Lektüre und Diskussion der Kontroverse um Andrew Pickering's Konzept der Mangle of Practice:
    - Pickering, Andrew, The Mangle of Practice: Agency and Emergence in the Sociology of Science, in: American Journal of Sociology 99 (1993): S. 559-589.
    - Gingras, Yves, The New Dialectics of Nature, in: Social Studies of Science 27 (1997): S. 317-334. 
    Bei Interesse können zusätzlich auch die jeweiligen kurzen Erwiderungen der beiden Autoren gelesen werden:
    - Pickering, Andrew, In the Land of the Blind... Thoughts on Gingras, in: Social Studies of Science 29 (1999): S. 307-311.
    Gingras, Yves, From the Heights of Metaphysics: A Reply to Pickering, in: Social Studies of Science 29 (1999): S. 312-315.
  • 10.01.2012, 18-20h, Raum 1.414
    Vortrag Falk Müller (Frankfurt): Das Elektronenmikroskop: epistemische Techniken und Forschungstechnologie
  • 24.01.2011, 18h-20h, Raum 1.414
    Vortrag von Anja Sattelmacher (Berlin): Mathematische Modelle als anschauliche Lehrmittel um 1900: ein epistemologisches Problem?
  • 27.01.2012, 14-16h, Raum 1.414  
    Werkstatt "Theatralität des Wissens in der Frühen Neuzeit" mit Rivka Feldhay, Raz Chen und Gal Hertz (alle Tel Aviv), (die Texte für die Vorbereitung sind bei Martin Herrnstadt erhältlich)

Workshop

  • 15.11.2011, German-Israeli Student Encounter, Tel Aviv University
    Anlässlich der Eröffnung der maßgeblich von Prof. Moritz Epple und der Arbeitsgruppe Wissenschaftsgeschichte im Historischen Seminar der Goethe-Universität entwickelten Ausstellung "Transcending Traditions. Jewish Mathematicians in German-Speaking Academic Culture" am 14. November 2011 in Beit Hatfutsot, dem Museum of the Jewish People auf dem Campus der Tel Aviv University, wurde auch ein Treffen von Nachwuchswissenschaftlern der Universitäten Tel Aviv und Frankfurt veranstaltet, an dem verschiedene Mitglieder der Studiengruppe "Historische Epistemologie" teilnahmen.

 

SOMMERSEMESTER 2011

WINTERSEMESTER 2010/2011

Einführung in die Historische Epistemologie

Das Seminar führt in die historische Analyse der wissenschaftlichen Erkenntnispraxis ein, die in den letzten Jahren unter dem Titel der ‚Historischen Epistemologie’ zusammengefasst wird. Die Historische Epistemologie geht davon aus, dass die Kategorien und Formen wissenschaftlichen Erkennens historisch variieren, und sie entwickelt methodische Instrumente zur Analyse dieser Variationen. Dabei werden auch zentrale Positionen einer theoretisch orientierten Wissenschaftsgeschichte aus dem 20. Jahrhundert vorgestellt, u.a. anhand von Texten von Gaston Bachelard, Ludwik Fleck, Georges Canguilhem, Michel Foucault, Lorraine Daston, Peter Galison und Hans-Jörg Rheinberger. 

Referenztexte der Diskussion

  • Gaston Bachelard, Der neue wissenschaftliche Geist, Frankfurt 1988 (frz. Original Paris 1934).
  • Ludwik Fleck, Die Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache, Frankfurt 1980 u.ö. (Original Basel 1935).
  • Georges Canguilhem, Wissenschaftsgeschichte und Epistemologie. Gesammelte Aufsätze, Frankfurt 1980.
  • Michel Foucault, Die Ordnung der Dinge. Eine Archäologie der Humanwissenschaften, Frankfurt 1974 (frz.: Les mots et les choses, Paris 1966).
  • Lorraine Daston/Peter Galison, Objektivität, Frankfurt 2007.
  • Hans-Jörg Rheinberger, Experimentalsysteme und epistemische Dinge. Eine Geschichte der Proteinsynthese im Reagenzglas, Frankfurt 2006.
  • Hans-Jörg Rheinberger, Historische Epistemologie zur Einführung, Hamburg 2007.