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Forschungsfeld 3: Digital Humanities

Profil

Das Forschungsfeld Digital Humanities am FZHG dient der Vernetzung der Grundlagenforschung der beteiligten Geisteswissenschaften (die teilweise bereits das Digitale als Forschungsgegenstand untersuchen) mit den Informationswissenschaften und insbesondere mit der Informatik. Die Mitglieder des Forschungsfelds tauschen sich unter anderem zu Verfahren der digitalen Erschließung, Repräsentation, Auszeichnung und Analyse von geisteswissenschaftlichen Daten- und Informationsobjekten bzw. Artefakten analoger oder digitaler Natur aus. Perspektivisch geht es dabei um die Etablierung und Normalisierung informationswissenschaftlich fundierter, digitaler oder zumindest digital unterstützter Geisteswissenschaften.

Einen organisatorischen Schwerpunkt der bisherigen Aktivitäten im Bereich der Digital Humanities (DH) an der Goethe-Universität (GU) bilden Kooperationen im RMU-Verbund (gemeinsam mit der TU Darmstadt und der JGU Mainz) wie auch mit Frankfurter Institutionen (z. B. FDH, DIPF, MPI empirische Ästhetik). Die Institutionalisierung der Zusammenarbeit erfolgte u. a. durch die Einrichtung der DH-Zentren CEDIFOR (u. a. GU und TU DA) und mainzed (u. a. JGU). Seit 2016 ist zudem der kooperative RMU-Studienschwerpunkt Digital Humanities an der GU verankert. Der inhaltliche Schwerpunkt des FF DH liegt vorwiegend auf textuellen Daten und Informationen. In jüngerer Zeit wird diese Ausrichtung jedoch durch die zunehmende, interdisziplinäre Thematisierung multimodaler, multimedialer und multikodaler Informationsobjekte begleitet und ausgebaut. Dies betrifft unter anderem Musik, Bilder und Filme, aber auch Architekturobjekte sowie historische Ereignisse und Prozesse. Die Multimedialität und Multimodalität der Geisteswissenschaften wird im FF DH dieser Neuausrichtung folgend systematisch aufgegriffen und berücksichtigt (u. a. im geplanten interdisziplinären RMU-GRK Gefährdetes Wissen).

Die DH bilden generell gesprochen keinen fest definierten bzw. umgrenzten Bereich, sondern sind vielfältig bestimmt, wobei sie mindestens drei zentrale Facetten umfassen: DH sind sowohl ein transdisziplinärer Forschungsbereich an der Schnittstelle von Informatik und Geisteswissenschaften (und weiteren Wissenschaftsbereichen) als auch ein Set von Methoden bzw. Tools für die computergestützte geisteswissenschaftliche Analyse und Synthese. Drittens rückt ‚das Digitale‘ zunehmend als eigener Kulturgegenstand und schließlich als Untersuchungsfeld in den Blick, wobei auch Fragen der (Forschungsdaten-)Ethik und des Datenschutzes, der Rahmenbedingungen, der Möglichkeiten und Grenzen virtueller Feldforschung und digitaler Quellen eine Rolle spielen. Im Kontext dieser Forschungslandschaft fokussiert das FF DH derzeit auf vier Bereiche:

Interessensgruppe 1 (Koord. A. Mehler): Textanalyse, Textedition und semantische Datenbanken
Die Interessensgruppe thematisiert unter anderem folgende Fragestellungen:

  • Modellierung: Welche Verfahren dienen der teilautomatischen Analyse textueller Einheiten zwecks Generierung digitaler Editionen?
  • Semantisierung: Wie lassen sich in diesem Zusammenhang semantische Datenbanken, Knowledge Graphs (z.B. Wikidata) und andere Wissensressourcen integrieren, um die kontextsensitive Interpretation situierter textueller Einheiten zu unterstützen?
  • Multimedialität, Multimodalität und Multimodalität: Wie lassen sich über Texteditionen hinaus neuartige Systeme entwickeln, die der Komplexität geisteswissenschaftlicher Informationsobjekte und Artefakte besser gerecht werden?
  • Umsetzung: Welche Technologien zur Umsetzung dieser Aufgaben existieren bereits bzw. was sollen sie leisten etwa zur Gewährleistung von FAIR (Findable, Accessible, Interoperable and Reusable) data?

Die Interessensgruppe zielt darauf, theoretische Forschungsarbeiten mit ihren praktischen Pendants in diesen Bereichen zu vernetzen und zu bündeln. Sie ist ebenso theoretisch wie auch praktisch ausgerichtet.

Interessensgruppe 2 (Koord. B. Alge): Data Literacy
Diese Interessensgruppe beschäftigt sich mit Fragen der Weiterbildung, Grundlagen- und Methodenvermittlung der Digital Humanities an der Goethe Universität.

Interessensgruppe 3 (Koord. B. Alge): Digitale Annotation
Digitale Annotationen verfolgen den Zweck, insbesondere den Diskurs und die Kollaboration im Internet zu optimieren. Nicht nur digital vorliegende schriftsprachliche Texte, sondern auch digitale Bilder, aufgezeichnete Bewegungsmuster, 3D-Modelle, Noten, Video, Audio, Karten, digital born Daten durch Internet und mobile Kommunikation usw., und nicht zu vergessen auch die „Realität“ (augmented reality), können annotiert werden. Was aktuell noch nicht digital annotiert wird, deutet auf künftige Herausforderungen und offene Potentiale in diesem Bereich (siehe DHd-blog zu „Annotation“).
Innerhalb dieser Forschungsgruppe werden nicht nur Möglichkeiten digitaler Annotation und ihrer Speicherung und Referenzierung ausgelotet, sondern damit einhergehende kritisch-wissenschaftliche Begleitforschung.

Interessensgruppe 4 (Koord. A. Mehler): Infrastrukturen:
Die Interessensgruppe widmet sich dem infrastrukturellen Kontext der praktisch ausgerichteten DH an der Goethe-Universität. Es geht um die Erörterung von Fragen folgender Art: Welche Tools existieren für welche Aufgaben in den DH und wie lassen sich diese Werkzeuge plattformübergreifend verwenden? (2) Welche der Tools sind ubiquitär nutzbar (2D, 3D, in der Augmented Reality (AR), der virtuellen Realität (VR) etc.)? Welche Infrastrukturen stehen konkret an der Goethe-Universität zur Verfügung, um welche DH-Aufgaben in Forschung und Lehre zu bearbeiten? Der Interessensgruppe geht es unter anderem darum, die wachsenden infrastrukturellen Anforderungen der DH innerhalb der Goethe-Universität zu artikulieren und auf deren stetigen Ausbau hinzuwirken.

Die Interessensgruppen tauschen sich in regelmäßigen Abständen aus, um geeignete Arbeits- und Veranstaltungsformate zu entwickeln. Eine gemeinsame Herausforderung stellt dabei die Entwicklung von nachhaltigen Ansätzen und infrastrukturellen Lösungen für digitale Editionen, Datenbanken, Angebote und Projekte dar.

 

Weitere Beteiligte:

Giuseppe Abrami (FB 12/ Informatik, TTLab),
Thomas Betzwieser (FB 09/ Musikwissenschaft)
Judith Blume (UB/ Sammlungskoordinatorin GU)
Agnes Brauer (UB/ Referentin für Digitalisierung und Digital Humanities)
Joshua Enslin (Freies Deutsches Hochstift (FDH) - Frankfurter Goethe-Museum)
Axel Fanego (FB 09/ Emp. Sprachwissenschaften, LOEWE-Schwerpunkt „Minderheitenstudien“)
Tim Geelhaar (FB 08/ Historisches Seminar, Latin Text Archive)
Felix Giesa (FB 10/ Kustos Institut für Jugendbuchforschung)
Bernhard Jussen (FB 08/ Historisches Seminar, Latin Text Archive)
Martina Klausner (FB 09/ Eur. Ethnologie, Digitale Anthropologie)
Philipp Knüpffer (FB 10/ Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik)
Verena Kuni (FB 09/ Kunstpädagogik)
Christina Lechtermann (FB 10/ Ältere deutsche Literatur)
Andy Lücking (FB12/ Informatik, TTLab)
Christine Ott (FB 10/ Institut für Romanische Sprachen und Literaturen)
Dietmar Pravida (FDH, Frankfurter Goethe-Museum)
Karsten Tolle (FB 12/ Informatik, Big Data Lab)
Janneke Rauscher (Forschungskoordinatorin FZHG)
Kerstin von der Krone (UB/ Leiterin Hebraica- und Judaica-Sammlung)
Armin Volkmann (GU/ Referent für Digitalisierung)
Gert Webelhuth (FB 10/ Institut für England- und Amerikastudien, Linguistik)

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