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Mittwochskonferenz

Cultural Immobility: Stillstand, Modernität, Denken

Klaus Benesch

In nahezu allen Theorien zur Moderne figuriert 'Mobilität' als zentrale Beschreibungskategorie einer neuen Episteme und der damit einhergehenden veränderten Erfahrung von Wirklichkeit: Modernität erscheint -- philosophisch -- als Emanation aggregierter, über Jahrhunderte hinweg angesammelter Bewegungsenergie (Sloterdijk), soziologisch als soziale Struktur und Organisationsform einer sich ständig im Fluss befindlichen Gesellschaft (Baumann) oder -- aesthetisch -- als Manifestation einer alle Lebensbereiche erfassenden Beschleunigung, deren tendenzielle Undarstellbarkeit die Künste fundamental verändert und vor neue Herausforderungen stellt (Duffy). 'Immobilität' dagegen wird im Kontext mobilitäts-basierter Modelle von Modernität die Rolle des A- oder Antimodernen zugewiesen, sie gerät hier zum Inbegriff von Modernitätsverweigerung bzw. Modernitätsverunmöglichung schlechthin. Es soll versucht werden, diesen Befund zu relativieren und kulturelle Immobilität als einen gleichfalls zentralen geistesgeschichtlichen Diskurs der Moderne zu identifizieren, ohne den 'Modernität' -- im Sinne permanenter Veränderung und Bewegung -- überhaupt nicht denkbar wäre.

Klaus Benesch ist Professor für Nordamerikastudien an der Ludwigs-Maximilians-Universität München

Veranstaltungsort: IG 411
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