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Mittwochskonferenz

Die Geschichte der mittelalterlichen Rhythmen

Jean-Claude Schmitt

Die Historiker, vor allem die Historiker der Musik oder der Dichtkunst, sprechen gewöhnlich von Rhythmen, aber - im Gegensatz zum Zeitbegriff -  haben sie kein Konzept darüber entwickelt. Der Verdienst einerseits der Soziologen und Kultur- und Sozialanthropologen, wie Emile Durkheim, Marcel Mauss, Georg Simmel, bis hin zu Pierre Bourdieu, und andererseits der Künstler und Theoretiker der modernen Kunst, wie Paul Klee, ist, dass sie sich mit dem Begriff „Rhythmus“ im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften theoretisch auseinander gesetzt haben. Ich schlage vor, über die Geschichte der sozialen Rhythmen ein Buch zu schreiben, welches ich wie folgt realisieren möchte. Mein Verfahren wird anthropologisch sein. Der Begriff Rhythmus wird dabei als ein übergreifendes Werkzeug verwendet, um alle sozialen und kulturellen Aspekte der mittelalterlichen Gesellschaft zwischen dem 5. und dem 16. Jahrhundert zu analysieren. Bestimmte Bereiche und Formen der Rhythmen werden ausgewählt. Ich werde mich auch an Fernand Braudels „drei historischen Zeiten“ erinnern: wie kann der Historiker die Rhythmen in der Geschichte, d. h. in verschiedenen Bereichen des sozialen Lebens, mit den Rhythmen der Geschichte, d. h. des historischen Zeitlaufs, verknüpfen?  

Jean Claude Schmitt ist Professor für Mittelalterliche Geschichte und Directeur d’études an der  École des Hautes Études en Sciences Sociales, Paris

Diese Veranstaltung findet statt in Zusammenarbeit mit dem Institut francais d'histoire en Allemagne

Veranstaltungsort: IG 411
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