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Mittwochskonferenz

Repatriierung und Deportation

Christa Buschendorf

Der Plan des amerikanischen Präsidenten, die Grenze zwischen den USA und Mexiko durch eine Mauer zu befestigen, sowie die bereits kurz nach dem Amtsantritt von Donald Trump verstärkt betriebene Deportation illegal eingewanderter Mexikaner, hat ein Kapitel amerikanischer Geschichte in Erinnerung gerufen, das von der Geschichtsschreibung weitgehend vernachlässigt wurde und in der amerikanischen Öffentlichkeit fast völlig in Vergessenheit geraten war: Im Zuge der Wirtschaftskrise der 1930er Jahre gab es – vorwiegend in den südwestlichen Bundesstaaten – Programme zur „Repatriierung“, die zur Ausweisung bzw. ‚freiwilligen Rückkehr’ von schätzungsweise einer Million Mexikaner führten, von denen etwa sechzig Prozent sogar die amerikanische Staatsbürgerschaft besaßen. Ausgehend von diesem historischen Beispiel der ‚Rückführung’ mexikanischer Einwanderer in ihr ‚Heimatland’ stellt der Vortrag die allgemeine Frage nach den Bedingungen für den Wandel der nationalen Identität der U.S.-Amerikaner in Krisenzeiten. Die solchen Ausgrenzungsprozessen zugrunde liegenden psycho-sozialen Mechanismen sucht der Vortrag unter Rückgriff auf die von Norbert Elias entwickelten relationssoziologischen Konzepte von Wir-Identität und Wir-Ideal zu erklären.

Christa Buschendorf ist emeritierte Professorin für Amerikanistik.

Veranstaltungsort: IG 411
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