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Mittwochskonferenz

Sklaverei im Alten Reich – (k)ein Thema?

Rebecca von Mallinckrodt

In der aktuellen Forschung scheint Konsens darüber zu bestehen, dass es im Alten Reich keine Sklaverei gab, da die deutschsprachigen Gebiete im Unterschied zu den westlichen Kolonialmächten nur kurzzeitig und nicht in vergleichbarem Maße direkt in den Sklavenhandel involviert waren. Forschungen der letzten Jahre haben jedoch zunehmend die ökonomische und personelle Verstrickung von Kaufleuten, Missionaren, Seemännern, Ärzten und Soldaten aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation in den Menschenhandel aufgezeigt, wenn auch häufig über Handelskompanien und Kolonien anderer europäischer Mächte – jedoch mit Rückwirkungen bis in den deutschsprachigen Raum. In dem Vortrag wird diskutiert, inwiefern und in welchen Fällen man in Bezug auf verschleppte Menschen im Alten Reich zu Recht und auch heuristisch sinnvoll von Sklaverei sprechen kann und welche neuen Perspektiven sich daraus für die Forschung ergeben.

Rebekka von Mallinckrodt ist Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Bremen.

Veranstaltungsort: IG 411
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