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Mittwochskonferenz

Kann Wissensgeschichte politisch sein?

Philipp Sarasin

Der Ausgangspunkt meiner Überlegungen wird die These sein, dass die Wissensgeschichte genealogisch mit der Wissensgesellschaft verhängt ist – was nicht bedeuten muss, ihr gegenüber unkritisch zu sein. Wenn aber die Wissensgesellschaft der historische Ort ist, von dem aus Wissensgeschichte operiert, dann stellt sich die Frage nach ihrer eigenen gesellschaftlichen oder vielmehr politischen Positionierung. Anhand von Überlegungen von Lyotard, Habermas, Foucault und Rancière werde ich zu zeigen versuchen, dass Wissensgeschichte zwar nicht mehr dem „Projekt der Moderne“ verpflichtet ist und daher auch keine Ideologiekritik betreibt. Wissensgeschichte bleibt vielmehr allen Wahrheits- und Geltungsansprüchen gegenüber zuerst einmal zumindest skeptisch und distanziert, weil sie als Archäologie ihre politische Haltung nicht mit einer positiv formulierbaren politischen Bezugnahme begründen kann. Ist damit das Politische aus der Wissensgeschichte eliminiert? Ich werde zu zeigen versuchen, dass das nicht der Fall ist, sondern dass die Wissensgesellschaft selbst der Ort ist, an dem die Wissensgeschichte ihr politisches Potential entfalten kann. 

Philipp Sarasin  ist seit 2000 Professor für Geschichte der Neuzeit und Schweizer Geschichte am Historischen Seminar der Universität Zürich

Veranstaltungsort: IG 411
FF: 2
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