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Mittwochskonferenz

FÄLLT AUS!

Mona Garloff, Michael Jungert

Scheitern ist in der Wissenschaft allgegenwärtig: Theorien, Hypothesen oder Experimente einzelner ForscherInnen und Forschergruppen scheitern – vorläufig oder endgültig, partiell oder vollständig. Obwohl das Scheitern in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen ein ständiger Begleiter der wissenschaftlichen Praxis ist, wird es sowohl im innerwissenschaftlichen Diskurs als auch in der Außendarstellung von Wissenschaft kaum thematisiert. Auch seine mitunter produktiven Implikationen bleiben zumeist unerwähnt. Um die Bedingungen für einen produktiven Umgang mit dem Scheitern zu verbessern, sind das Erkennen des Prozesscharakters von Wissenschaft und die eingehende historische Analyse der Kontexte, Formen und Auswirkungen ‚gescheiterter‘ Wissenschaft von entscheidender Bedeutung. Zudem schärft die Einsicht in die historische Varianz der Semantiken, Praktiken und Ökonomien des Scheiterns, also in den Umgang mit wissenschaftlichen Fehlversuchen, den Blick für die aktuellen Herausforderungen in der Wissenschaftskultur.

Im Vortrag werden – unter Zusammenführung von historischen und wissenschaftsphilosophischen Perspektiven – die Formen, Funktionen und Praktiken scheiternder Wissenschaft auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede hin befragt.

Mona Garloff (Geschichtswissenschaft, Universität Stuttgart) und Michael Jungert (Philosophie, Universität Erlangen-Nürnberg) leiten – gemeinsam mit Sylvia Brockstieger (Germanistik, Universität Heidelberg) – das von der VolkswagenStiftung geförderte Projekt „Scheitern in den Wissenschaften – historische und systematische Perspektiven“ (Förderlinie „Originalitätsverdacht? Neue Perspektiven für die Geistes- und Kulturwissenschaften“).